Wirtschaft2024

Mietpreise in deutschen Großstädten 2024

Nettokaltmiete bei Neuverträgen in Euro pro m²

📊 Key Insights

  • München (22,80 €/m²) bleibt die mit Abstand teuerste Stadt — fast dreimal so teuer wie Duisburg.
  • Der Süden dominiert: 7 der 10 teuersten Städte liegen in Bayern oder Baden-Württemberg.
  • Berlin (14,80 €/m²) ist relativ günstig für eine Hauptstadt — aber die Preise steigen dynamisch.
  • Die Spanne: 22,80 € bis 7,80 € — der Wohnungsmarkt ist extrem fragmentiert.

Der deutsche Wohnungsmarkt: Zwei Geschwindigkeiten

Die Mietpreise in deutschen Großstädten zeigen ein Bild der extremen Ungleichheit. Während in München fast 23 Euro pro Quadratmeter für eine Neuvertragsmiete fällig werden, kosten Wohnungen in Duisburg weniger als 8 Euro. Das ist kein neues Phänomen, aber die Schere geht weiter auseinander.

München ist seit Jahren die teuerste Stadt Deutschlands. Die Gründe sind bekannt: eine booming Wirtschaft mit Konzernen wie BMW, Siemens und Allianz, eine begehrte Lebensqualität mit Alpen- und Seenähe, ein chronischer Wohnraummangel und eine restriktive Bauordnung. Selbst gut verdienende Fachkräfte tun sich schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Der Süden Deutschlands dominiert das Ranking: Neben München sind auch Stuttgart (17,90 €), Freiburg (17,20 €), Heidelberg (16,80 €) und Frankfurt (18,50 €) unter den Top 5. Diese Städte haben gemeinsam: starke Universitäten, attraktive Arbeitgeber und ein begrenztes Wohnungsangebot in begehrten Lagen.

Berlin mit 14,80 Euro pro Quadratmeter ist für eine europäische Hauptstadt erstaunlich günstig — doch das ändert sich rasant. Die Mieten in Berlin sind in den letzten 10 Jahren um über 60 Prozent gestiegen, und das Ende ist nicht absehbar. Die Stadt wächst jährlich um 30.000 bis 50.000 Einwohner, während der Neubau hinterherhinkt.

Am unteren Ende des Rankings stehen vor allem Städte im Ruhrgebiet und in Ostdeutschland: Duisburg, Bremen, Dresden und Leipzig bieten noch bezahlbare Mieten, kämpfen aber gleichzeitig mit wirtschaftlichen Herausforderungen. Das Diagramm macht deutlich: Der deutsche Wohnungsmarkt ist kein homogener Markt, sondern ein Flickenteppich aus Boom-Regionen und strukturschwachen Gebieten.

Daten als CSV herunterladen

Datenquelle: ImmoScout24 / empirica / DeStatis. Durchschnittliche angebotene Nettokaltmiete bei Neuverträgen, Quartalsdurchschnitt 2024. Werte sind gerundet und dienen als Orientierung.