EZB Leitzins 1999–2025
Hauptrefinanzierungssatz in Prozent
📊 Key Insights
- → Von 2014 bis 2022 lag der Leitzins nahe 0 % — die längste Nullzinsphase der EZB-Geschichte.
- → Die schnellste Zinswende erfolgte 2022/2023: von 0 % auf 4,5 % innerhalb von 18 Monaten.
- → Der historische Höchststand in der Euro-Ära lag bei 4,25 % im Jahr 2000.
- → 2025 sinkt der Zins wieder auf 2,75 % — die EZB beginnt den Zinswendekreis.
EZB Leitzins 1999–2025
Der Leitzins der Europäischen Zentralbank ist das wichtigste geldpolitische Instrument im Euroraum. Er bestimmt die Konditionen, zu denen Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen können, und beeinflusst damit praktisch alle Zinsen in der Wirtschaft — von Hypotheken bis Unternehmenskrediten.
Seit der Einführung des Euro 1999 hat die EZB verschiedene Zinszyklen durchlaufen. In den frühen 2000er Jahren wurden die Zinsen schrittweise gesenkt, um die Konjunktur nach dem Platzen der Dotcom-Blase zu stützen. Die Finanzkrise 2008 führte zu einer weiteren deutlichen Senkung.
Die Ära des Nullzinses begann 2014 und dauerte acht Jahre lang. Sie war Reaktion auf die anhaltend niedrige Inflation und die Gefahr einer Deflation. Kritiker bemängelten, dass die Nullzinspolitik zu Fehlallokationen, Immobilienblasen und einer Enteignung der Sparer führte.
Die dramatische Zinswende 2022/2023 war die radikalste Straffung der Geldpolitik in der Geschichte der EZB. Als Reaktion auf die Inflationskrise wurden die Zinsen in historischem Tempo angehoben. Seit 2024 beginnt die EZB, die Zinsen wieder zu senken, da die Inflation zurückgeht.
Datenquelle: Europäische Zentralbank (EZB) — Hauptrefinanzierungssatz, Jahresendstand. Stand: Juni 2025.