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Energie

Die Energiewende im Chart: Fortschritt oder Stillstand?

Deutschlands Energie-Transformation in Zahlen — von der Stromerzeugung bis zu den Kosten

3. Juni 20259 Min. Lesezeit3 Charts

Die Energiewende ist Deutschlands größtes Infrastrukturprojekt — und eines der umstrittensten. 2024 stammten erstmals mehr als 55 % des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Doch beim Blick auf die Gesamtenergiebilanz (inklusive Wärme und Verkehr) liegt der Anteil bei nur 19,3 %. Die Diskrepanz zeigt: Der harte Teil der Transformation steht erst bevor.

Stromerzeugung: Der Erfolg und seine Grenzen

Mit 272 TWh aus Wind, Sonne und Biomasse war 2024 ein Rekordjahr. Die Windenergie trug allein 137 TWh bei, Photovoltaik 62 TWh. Doch der Ausbau verläuft asymmetrisch: Während Solaranlagen mit über 15 GW neu installierter Leistung boomten, hinkt der Wind-onshore-Ausbau mit nur 4,5 GW hinter den Zielen (8,5 GW pro Jahr) zurück. Genehmigungsverfahren dauern durchschnittlich 5,4 Jahre.

Energiemix Deutschland — Entwicklung 2010–2025

Energiemix Deutschland — Entwicklung 2010–2025

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Strompreise: Die Belastung für Verbraucher und Industrie

Die EEG-Umlage wurde 2022 abgeschafft, doch die Strompreise blieben hoch. 2024 lag der Haushaltsstrompreis bei durchschnittlich 33,7 ct/kWh — der zweithöchste in der EU nach Dänemark. Für stromintensive Industrieunternehmen betragen die Netzentgelte bis zu 40 % der Gesamtkosten. Die causa: Netzumlagen, Konzessionsabgaben und fehlende Speicherkapazitäten, die den Ausbau der Erneuerbaren bremsen.

Strompreisentwicklung Deutschland im EU-Vergleich

Strompreisentwicklung Deutschland im EU-Vergleich

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CO2-Reduktion: Auf dem Weg zu 65 % bis 2030?

Deutschlands Treibhausgasemissionen sanken 2024 auf ca. 649 Mt CO2-Äquivalente — 47 % unter dem Niveau von 1990. Das Ziel der Bundesregierung: 65 % Reduktion bis 2030. Die Trajektorie zeigt, dass dieses Ziel nur erreichbar ist, wenn die Reduktionsrate von derzeit 4,5 % pro Jahr auf mindestens 6,5 % steigt.

  • Energiesektor: −58 % gegenüber 1990 (Fortschritt gut)
  • Verkehr: −12 % gegenüber 1990 (deutlich hinter den Zielen)
  • Gebäude: −35 % gegenüber 1990 (Verzögerung durch Heizungsgesetz-Debatte)
  • Industrie: −40 % gegenüber 1990 (gefährdet durch steigende Energiekosten)
CO2-Emissionen Deutschland nach Sektoren

CO2-Emissionen Deutschland nach Sektoren

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Prognose 2030: Kostet die Wende mehr als sie bringt?

Prognose bis 2030

Die Investitionen in die Energiewende werden bis 2030 voraussichtlich 600 bis 800 Milliarden Euro erreichen. Demgegenüber stehen vermiedene Importkosten für fossile Energieträger von geschätzt 200 bis 300 Milliarden Euro. Die volkswirtschaftliche Netto-Belastung wird auf 0,3 bis 0,5 % des BIP pro Jahr geschätzt — deutlich weniger als häufig behauptet.

Quellen

Quellen: Fraunhofer ISE, Bundesnetzagentur, Agora Energiewende, Umweltbundesamt, IEA World Energy Outlook 2025, Bundesverband Erneuerbare Energien.

#Energiewende#Erneuerbare#Strompreis#CO2#Deutschland#Klimaziele